Wann scheitert ein Projekt

Ab wann ist ein Projekt gescheitert? Welche Wege sollte man in diesem Fall gehen? Oder sollte man lebenserhaltende Maßnahme anschalten? Diese Frage stellt sich wohl jeder der schon einmal ein Projekt beenden musste, ganz egal aus welchen Gründen. Dieser Artikel soll helfen zu einer gesunden Entscheidung zu kommen. Dabei ist es auch nötig auf völlig neutrale Weise denken zu können. Welche Art von Projekten sind betroffen? Leider fast alle, egal ob private Homepage, YouTube Kanal sogar auf Firmen kann dies zutreffen. Betrachtet man jeden Tag des eigenen Lebens als Projekt kann sogar jeder Tag scheitern.

Falsche Ziele und wann ist es vorbei?

Pauschal lässt es sich natürlich nicht festlegen, wann es vorbei ist. Denn je nach Projekt können dies ganz unterschiedliche Zeiträume sein. Man sollte sich auch auf keinen Fall das Scheitern als Ziel setzen. Mit einer Aussage wie „Wenn in einem Jahr nicht XY passiert, ist das Projekt gescheitert.“ setzt man sich unbeabsichtigt ein völlig negatives Ziel. Am besten verwendet man bei Zielen nicht das Wort „nicht“ oder „gescheitert„.  Entspannter wäre zum Beispiel „Zum Ende des nächsten Jahres möchte ich erreichen, dass XY passiert.“ Diese Aussage beinhaltet keinerlei negative Eigenschaften und beschwört nicht das Ende herbei. Dies ist besonders wichtig wenn man ein Projekt in einem Team angeht, denn dort kommt schnell negative Stimmung auf. „Warum mach ich hier überhaupt noch mit wenn in 3 Monaten sowieso Feierabend ist?“ Die häufigsten Projekte scheitern an falschen oder überhaupt nicht definierten Zielen.

Mit den richtigen Zielen lässt sich nach Ablauf des Zeitraums überprüfen, ob sich das Ziel erfüllt, zum Teil erfüllt oder überhaupt nicht erfüllt hat. Diese Methode ist sehr ähnlich mit dem  Vorgehensmodell Scrum aus dem Projekt- und Produktmanagement. In Regelmäßigen Abständen lässt sich überprüfen wie zufrieden man mit einem Produkt/Ziel ist. Nach jedem Abstand kann daher ein neues Ziel verfasst werden oder auch ein Projekt als gescheitert erklärt werden. Deshalb werden in der sog. agilen Entwicklung häufig kurze Abstände gewählt, auch dies ist natürlich Projekt abhängig. Den Prozess von Ziel zu Ziel nennt man übrigens Sprint.

Jetzt aber Schluss… nach jedem Sprint kann diese Entscheidung getroffen werden. Wurde das Ziel in zwei oder gar drei Sprints nicht erreicht und zeichnet sich ab das, dass Ziel auch in einem weiteren Sprint nicht erreicht werden kann, ist es ratsam das Ziel zu überdenken und gegebenenfalls aufzuhören. Irgendwann ist immerhin die Luft raus, besonders bei Hobby Projekten, welche nach einer gewissen Zeit keine eigene Befriedigung mehr auslösen.

Lebenserhaltende Maßnahme oder aus und vorbei?

An diesem Punkt kommen wir zur völlig neutralen Denkweise. Wem ein Projekt am Herzen liegt, wird damit große Schwierigkeiten haben. Als Tipp hierfür sollte man kein Entscheidung überstürzen. Zurücklehnen, nachdenken und eine Nacht darüber schlafen. Sich darüber klar werden, dass die Entscheidung keine Kritik an der eignen Person ist und auch nicht nach einem Schuldigen suchen. Aus neutraler Sicht wurde ein Ziel nach mehreren Sprints nicht erreicht und ist somit gescheitert.

Lebenserhaltende Maßnahmen sind dann der falsche Ansatz, vor allem nachdem man das Scheitern bekannt gegeben hat. Wenn es keine starke Hoffnung gibt, dass sich durch diese Maßnahme der Tot des Projektes dauerhaft vermeiden lässt dann ist es Sinnlos noch mehr Arbeit, Herzblut und Liebe in etwas zu investieren, was bereits verloren ist. Zugegeben es ist wirklich extrem schwierig dies einzusehen und zu akzeptieren. Macht man dennoch weiter, wird es immer schwerer nochmal zu Scheitern. Dies kann zur psychologischen Katastrophe führen.

Persönliches Beispiel – Aus Fehlern lernen und Abschied nehmen

Ich persönlich wollte vor längerer Zeit einen Minecraft Server aufbauen, das Projekt sollte groß werden. Viele Spieler anlocken und letztlich wahr es ein Wunschtraum durch den Verkauf von Premium Features damit Geld zu verdienen. Ich hatte ein kleines Team um mich herum, mit dem es super lief. Doch nach vielen Sprints die immer wieder und wieder erfolglos waren musste ich das Projekt aus finanziellen Gründen einstellen. Zu dieser Zeit gab es keine lebenserhaltende Maßnahme und ich musste schweren Herzens abschied von einem Projekt nehmen in dem viel  Zeit, Arbeit und Liebe steckte.

… und heute? Ehrlich gesagt bin ich froh, ich hatte mich schnell damit abgefunden und wenn ich heute Minecraft spiele, denke ich gerne an die geile Zeit zurück.

 

 

 

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