Meine 10TB Cloud

Heute wird es groß, in Zeiten wo Cloudspeicher nur wenig Geld kostet, habe ich mich entschieden mit all meinen Daten in die Cloud umzuziehen. In diesem Blogeintrag möchte ich euch erzählen, wie alles Begann, welche Bedenken ich hatte und wie ich letzen Endes satte 10 Terrabyte für weniger als 50€ im Monat bekommen habe.

Alles begann mit der Cloudlösung Seafile. Ich war vorher nie ein Fan von Cloudlösungen, denn der Aspekt sicherheit steht bei mir recht weit im Vordergrund und Lösungen wie Nextcloud oder Owncloud konnten mich nicht zweifelsfrei überzeugen. So kam es, dass immer mehr Festplatten in meinem Rechner Platz fanden. Alle Platten waren entweder von unterschiedlichen Herstellern oder hatten unterschiedliche Größen. Von 500GB bis 2TB alles gemischt. Insgesamt hatte ich knapp 10TB Intern verbaut. 

Warum mit den Daten in die Cloud?

Man kann sich jetzt sicherlich Fragen, wenn ich doch alles Lokal auf Festplatten habe, warum ich in die Cloud möchte. Dazu ein paar Worte. 

Ich mag Minimalismus, mein Computer ist ein großes, schweres Monster. Als ich vor einer Woche mein Zimmer renoviert habe, musste ich den PC vom Boden mal hoch holen. Iiiih, wie es darin aussah möchte ich euch nicht erläutern, das könnt Ihr euch selbst vorstellen. Aufjedenfall gibt es heute, echt schicke kleine Desktop Rechner die auf den Tisch passen. Mit einer SSD und einem kleinen Prozessor, der für die alltäglichen Arbeiten völlig ausreicht. Wem das nicht reicht, weil er ein Gamer ist und entsprechende Grafik benötigt, für den gibt es trotzdem von Intel Nuc Kits mit ausreichend Leistung im Miniformat.

Ein weiterer Grund sind die Funktionen die man durch die Seafile erhält. So kann ich Bibliotheken mit meiner Mutter teilen und wir müssen das Bilderarchiv der Familie nicht doppelt vorhalten. Ja sowas kann man auch mit einem NAS Zuhause erreichen… Wir haben einmal im Jahr besuch von Freunden aus den USA, möchte man diesen einen Ordner mitgeben, braucht man einen USB-Stick oder muss eine DVD brennen. Dank Seafile, schicke ich per E-Mail einen Link und unsere Freunde können sich aus den USA direkt alle Bilder ansehen oder runterladen. Genauso funktioniert es auch in die andere Richtung, möchte ich Dateien von anderen haben, verschicke ich einen Upload Link, Freunde laden die Daten dann direkt in meine Cloud. Ganz ohne physische Medien.

Verfügbarkeit ist ein weiterer Grund für eine Cloudlösung. Wenn meine Daten bei einem Hoster im Rechenzentrum liegen, ist die Wahrscheinlichkeit das Daten verloren gehen geringer als eine Cloud Zuhause zu betreiben. Hoster sind besser gegen Einbrüche geschützt und haben sehr starke Auflagen für den Brandschutz. Statistisch gesehen brennt es in Wohnungen in Deutschland alle 2 bis 3 Minuten. Zusätzlich sicher ein Hoster die Daten in einem Festplattenverbund aka. RAID. Fällt beim Hoster eine Festplatte aus muss dieser sich darum kümmern, nicht ich. 

Sicherheit dies war der Aspekt warum ich immer gezögert habe in die Cloud zu gehen. Wenn es ein Hacker schafft auf den Entsprechenden Server mit den Daten zugreifen zu können. Dann möchte ich das er mit den Daten nichts anfangen kann. Hier kommt Seafile ins Spiel, die Software arbeitet auf dem GIT Prinzip und zerlegt Daten in kleine Blöcke die verschlüsselt werden. Optional kann man seine Bibliotheken auch nochmal mit einem Passwort verschlüsseln. 

Kosten einer Cloud

Dies war ein Punkt vor dem ich in der Vergangenheit großen Respekt hatte. Ein Server kostet Geld, im Bereich der dedizierten Server kann man mit 10TB und einem Xeon Prozessor mal schnell bei 300€ im Monat sein. Aber braucht man das? Nein, Seafile braucht wenig RAM und kaum Prozessorleistung. Seafile, braucht nur Speicher.

Aber man findet keinen Anbieter, der einen Server mit großen Festplatten und wenig Arbeitsspeicher anbietet und wenn dann sind es custom Konfigurationen die auch extra Kosten. Als Alternative  kann Colocation eine Möglichkeit sein. Bei genauerem hinschauen, ist es aber keine wirkliche Alternative. Der Stellplatz für einen Server plus Stromkosten kommt schnell über 100€ im Monat. Zusätzlich muss man die Hardware selbst bereitstellen und bei einem Festplattenausfall muss man auch wieder selbst reagieren.    

Günstiger und großer Cloudspeicher

Die Lösung für die Kosten kam mit Multiple Storage Backends für Seafile. Man nimmt einen kleinen vServer und ein Storage Produkt von einem Anbieter und kombiniert diese. Solche Angebote gibt es bei Hetzner und Strato. Die Kosten für 10TB Cloudspeicher liegen bei dieser Kombination bei ca. 50€ im Monat. 

Installation und Einrichtung 

Die Installation und Einrichtung ist nicht ganz einfach, wer jedoch über grundlegende Kenntnisse mit Linux verfügt für den sollte es kein Problem sein Seafile zu installieren. Das Manual von Seafile erklärt alles was man wissen muss. 

Wer sich die Installation und Einrichtung nicht antun möchte für den gibt es von der Firma datamate ein entsprechendes All-In One Seafile Setupangebot

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